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Studie enthüllt: Unser Sozialsystem ist nur noch Mittelmaß

Das deutsche Sozialsystem ist EU-weit offenbar nur noch Mittelmaß! Das haben mehrere europäische Wirtschaftsexperten ermittelt. In der Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn kommt das deutsche Sozialsystem nicht gut weg. Der Leistungsvergleich unter 27 EU-Staaten ergibt: Beim Kampf gegen Armut belegt es nur noch den 12. Platz.

Bereits zu Wochenbeginn hatte der Armutsbericht der Bundesregierung hierzulande eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich festgestellt. In der neuen IZA-Studie bemängeln die Forscher nun, dass Deutschland die Armut nicht wirklich wirksam verringern kann.

Ein großer Teil der Sozialausgaben verbessere die Situation vieler Bedürftiger nicht.

Dabei lässt sich Deutschland den Sozialstaat viel kosten. Im vergangenen Jahr gab das Land rund 700 Milliarden Euro für Rente, Pflege, Kindergeld, Hartz-IV und andere Leistungen aus. Gemessen an der Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) waren das fast 30 Prozent. Nur in Schweden, Frankreich und Dänemark liegt dieser Satz noch höher.

Das Geld wird offenbar falsch verteilt.

Der österreichische Mitautor Arno Tausch (Uni Innsbruck) sagte dazu: „Nur ein Bruchteil der Sozialausgaben in Deutschland, nämlich 2,5 Prozent, kommen den wirklich Armen zugute.“ Es müsse daher mehr direkte Zahlungen an diese Personengruppe geben.

Die Politikerinnen und Politiker im Bund und in den Ländern Deutschlands sollten sich mal in einigen Nachbarstaaten umsehen. Laut Studie haben die Tschechen EU-weit das erfolgreichste Sozialsystem, können die Armut am wirkungsvollsten bekämpfen. Als ähnlich gut stufen die Fachleute die Systeme in Slowenien, den Niederlanden und Finnland ein.