WAS-B Friedrichshain-Kreuzberg

Beantwortung der mündlichen Frage zur aktuellen Situation der Schulgärten in Friedrichshain-Kreuzberg


Antwort der Frau Monika Herrmann (Bündnis90/Die Grünen) für das Bezirksamt:

Zu 1:

Schulgärten bestehen hauptsächlich noch an den Grundschulen, die über die erforderlichen Freiflächen verfügen. Nach dem Musterraumprogramm ist bei Schulneubauten an Grundschulen eine Fläche von 400 m2, an Oberschulen von 480 m2 vorgesehen. Da es sich bei den Schulen im Bezirk um Bestandsbauten handelt, werden die Richtlinien an vielen Standorten nicht erfüllt.

Im Ortsteil Friedrichshain stehen den Grundschulen und Oberschulen der Schulgarten in der Persiusstrasse, welcher sich im Fachvermögen der Senatsverwaltung Wissenschaft und Forschung befindet, zur Verfügung. Auch dieses Angebot wird nur in einem sehr geringen Umfang von den umliegenden Schulen genutzt. Eine detaillierte Übersicht zu den tatsächlich sich im Bezirk befindlichen Schulgärten, liegt nicht vor.

Zu 2:

Nach Rücksprache mit der Senatsverwaltung konnte eindeutig geklärt werden, es gibt das Unterrichtsfach „Schulgarten“ nicht mehr. Es handelt sich daher um ein zusätzliches bzw. ergänzendes Angebot für den Sachkunde- bzw. Biologieunterricht. Im Rahmen des Unterrichtes erfolgt die Anleitung durch die entsprechenden Fachlehrer, im außerunterrichtlichen Bereich durch die Erzieher. Angepflanzt werden vorrangig saisonbedingte Gemüsesorten und Kräuter. Die Kosten werden aus den laufenden Schulhaushaltes der einzelnen Schulen abgesichert und die Produkte verbleiben bei den Schülern.

Zu 3:

An den Schulen, die das Angebot „Schulgarten“ im Unterrichtsplan bzw. im Freizeitbereich anbieten, also freiwillig anbieten, befinden sich die Flächen in einem ordentlichen Zustand. Ungenutzte Areale gibt es in der Regel nicht, da viele Grundschulen nicht über die standardgemäßen Freiflächen verfügen. Dabei handelt es sich vorrangig um Standorte, die aufgrund der Lage nicht erweiterungsfähig sind. Zentrale Schulgartenflächen werden erfahrungsgemäß von den Schulen nicht in Anspruch genommen und da es sich nicht um ein Pflichtfach handelt, sollte es auch weiterhin den Schulen überlassen werden, entsprechende Flächen für die Schulgartenarbeit vorzuhalten. Und eine konkrete

Bedarfsmeldung von Schulen liegt nicht vor. Ich kann ihnen aber sagen, dass ich bei meinen Vorortbesuchen, die ich ja regelmäßig an den unterschiedlichen Schulen mache: Wenn ein Schulgarten da ist, dann sehen die eigentlich sehr gut aus, also das muss ich wirklich sagen, und werden auch vorbildlich gepflegt. Aber vom Niveau unserer Städtepartnerschaft in Nikaragua von Raffael ..., wo wirklich ganz besonders drauf geachtet wird, dass jede Schule auch ein Schulgarten hat, auch unter dem Aspekt der gesunden Ernährung, sind wir noch ein bisschen weit entfernt.

Frau Waldukat:

Das Problem für die Schulen sind ja die Sommerferien. Wie kann über die Schulen gesichert werden, dass in den Sommerferien die Schulgärten entsprechend gepflegt werden können und welche Aktivitäten gibt es da?

Frau Herrmann:

Über unsere Schulgärten habe ich mir tatsächlich so richtig Gedanken gemacht. Deswegen finde ich ja die Anfrage auch nicht verkehrt. Ich habe ja gerade von Nikaragua gesprochen, wo ganz anders damit umgegangen wird.

Ich kann es ihnen nicht sagen. Es wird sicherlich ehrenamtlich organisiert werden, an der einen oder anderen Schule, vielleicht so eine Art Feriendienst – keine Ahnung. Manchmal wird das sicherlich auch von den Hausmeistern gemacht, freiwillig. Und es werden wahrscheinlich Gärten auch einfach verdorren. Ob es entsprechende Sprenganlagen gibt, theoretisch wäre das eine Möglichkeit, glaube ich eher nicht. Also, ich habe in keinem Schulgarten so eine Hitecanlage gesehen. Ja, die meine ich, automatische Berieselungsanlagen.

Herr Assatzk:

Ich bin nicht Mitglied des Schulausschusse und deshalb meine Frage. Wie bewertet das Bezirksamt die Tatsache, dass Schulgarten als Fach praktisch nicht mehr existiert.

Frau Herrmann (Bündnis90/Die Grünen):

Ja, die Bewertung – kommt schon so ein bisschen raus, als ich auf unsere Partnerstadt verwiesen habe, wo tatsächlich sehr großen Wert darauf gelegt wird, Schulgärten anzulegen. Ich denke, dass es gut und richtig ist, Schulgärten zu haben, und ich finde auch, ob das jetzt im Biologie- oder wie auch immer Unterricht wieder als Unterrichtsfach tatsächlich eingeführt wird. Das fände ich eine richtige Zielstellung, also ich würde das unterstützen.

(Das wollten wir genauer wissen und haben daher gleich einen entsprechenden Antrag gestellt.)

Frau Sommer-Wetter:

Kann denn das Bezirksamt eine Aussage machen, ob an unserer demnächst wieder ans Netz gehenden Grundschule Scharnwerberstrasse die Möglichkeit besteht, ggf. einen Schulgarten einzurichten.

Frau Herrmann:

Dort ist eine kleine Möglichkeit für einen kleinen Garten. Das werden wir in die Elternbefragung mit einbeziehen.