WAS-B Friedrichshain-Kreuzberg

Maßnahmen zur Suizidprävention in der Straße der Pariser Kommune


Ich frage das Bezirksamt:

Am 5. Oktober geht von Mitarbeitern des Sicherheitsunternehmens im Kaufhof Ostbahnhof ein Notruf an die Berliner Feuerwehr mit der Meldung, dass eine Person auf der Brüstung des Austritts vom Treppenaufgang „Pariser Kommune 13“, 16. Etage (siehe Bild) sitzt. Es besteht Suizidgefahr. Der Hinweis des qualifizierten Mitarbeiters, ohne Blaulicht und in Zivil die notwendigen Maßnahmen einzuleiten, wird missachtet. Der Suizid wird, als die Feuerwehr in voller Montur auf dem Austritt erscheinen, vollzogen.

Dazu frage ich das Bezirksamt:

1.

Welche Maßnahmen gedenkt das BA gegenüber den Eigentümern zu ergreifen, nachdem es in der Vergangenheit von den Balkonen der Hochhäuser in der Straße der Pariser Kommune aus immer wieder zu Suiziden gekommen ist, um die Treppenhäuser oder doch zumindest aber die von dort aus abgehenden Austritte künftig besser zu sichern?

  1. Welche Ausbildung haben die Vor-Ort-Kräfte der Berliner Feuerwehr, um derartige Todesfälle zu verhindern und die Einwohner des Bezirkes vor derartigen Situationen zu schützen?

  2. Wurden die wesentlichen Wahrnehmungen und Mitteilungen der Sicherheitskräfte des Kaufhofes an die Feuerwehr (hier: höchste Durchführungswahrscheinlichkeit des Suizids) den Einsatzkräften vor Ort und an die Notrufleitstelle der Berliner Polizei weitergegeben und wenn ja, warum wurden die taktischen Hinweise (hier: Annäherung ohne Sondersignal und nicht parkplatzseitig) der sachverständigen Zeugen nicht beachtet?

Zusatzfragen:

  1. Welche Möglichkeiten zur psychologischen Betreuung ziviler Zeugen eines derartigen Geschehens gibt es in Berlin?

  2. Warum erfolgten trotz Nachfrage über das Bürgertelefon diesbezüglich keine Rücksprache oder Angebote an die Zeugen?

Berlin, den 24. November 2008
Rita Waldukat, WAS-B

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