Trifft es zu, dass das Elternzentrum im Haus der Familie als die Familienbildungsstätte des Jugendamtes im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg über die Köpfe der Betroffenen und des Vereins zur Förderung sozialpädagogischer Familienarbeit im Elternzentrum, Varbe e.V., hinweg zum Zwecke der Privatisierung abgewickelt werden soll?
Von wem wurde die Entscheidung zur Privatisierung wann getroffen?
Wie hoch waren die Kosten für die Umbaumaßnahmen und Renovierungen der alten und der neuen Räume, die in der Zeit von August bis Dezember 2006 erfolgten?
Trifft es zu, dass bereits Absprachen mit der Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen - GFBM - e.V. hinsichtlich der Fortführung des Elternzentrums getroffen wurden und wenn, beinhalten diese auch Regelungen, mit denen sicher gestellt wird, dass nicht Teile der Arbeit künftig von Ein-Euro-Jobbern erledigt werden?
Welche nachgeordneten Einrichtungen Kreuzbergs sollen nach dem Willen des Bezirksamts innerhalb der nächsten zwei Jahre noch in freie Trägerschaft übergehen?
Wie beabsichtigt das Bezirksamt künftig die nach § 16 SGB VIII zu den Leistungen der Jugendhilfe zählende sozialpädagogische Familienarbeit zu gewährleisten?
Wie wird sichergestellt, dass
der neue freie Träger die besondere gewachsene Gesamtstruktur und insbesondere die Familientreffen und pädagogischen Angebote aufrechterhält und fortführt?
die enge Zusammenarbeit zwischen den engagierten Eltern, dem Förderverein VARBE e.V. und familienorientierten Freien Trägern weiter möglich ist?
die Familien in ihren Lebenszusammenhängen weiterhin wie durch das Elternzentrum stabilisiert und gestützt werden, ohne zugleich kontrollierend oder eingreifend zu wirken?
Wann wurden die von der Schließung des Elternzentrums betroffnen Familien oder doch wenigstens der Elternbeirat informiert?
Welche Angaben beinhalteten die Informationen darüber, ob es weiterhin die Möglichkeit zu Familientreffen geben wird und wie die pädagogischen Angebote aufrechterhalten werden sollen?
Was wird aus dem multidisziplinären Team des Elternzentrums, das sich aus hauptamtlichen und nebenamtlichen Mitarbeitern der unterschiedlichsten psychosozialen Professionen zusammensetzt?
Wie beurteilt das Bezirksamt die Arbeit der Honorarkräfte, die sich direkt mit und für die Familien Tag für Tag aktiv für die pädagogischen Angebote (Tanz, Sport und Spiel, Sport für Frauen, Eltern-Kind-Turnen, Musik, Cafebetrieb, Familientreffen, Elterngespräche, Kreatives Gestalten u.v.m.) engagieren?
Wieviele der teilweise seit über zehn Jahren für und mit Familien im Haus direkt vor Ort engagierten Honorarkräfte sind von der Abwicklung betroffen?
Trifft es zu, dass diese Honorarkräfte darüber zwei Tage vor Weihnachten schriftlich informiert wurden? Hält das das Bezirksamt für einen fairen Umgang mit ihnen?
Warum wurden die Bezirksverordneten über das sog. „Informationstreffen“ mit 46 Kooperanden, die die Räume für ihre Treffen nutzen, am 16. Januar 2007 nicht informiert?
Gibt es darüber ein Protokoll?
Berlin, den 14.02.2007
Andreas Lüdecke und Rita Waldukat, (WASG)